Offenen Auges durch die Natur zu gehen – das habe man von Loki Schmidt lernen können. In allen Grußworten, die am 3. März während der Geburtstagsmatinee in Klein Flottbek zu hören waren, kam dieser Satz so oder so ähnlich vor. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit würdigte Loki Schmidts Rolle als Wegbereiterin des Naturschutzes in Deutschland. Davon zeugt auch eine neue Gedenktafel am Eingang des Botanischen Gartens, die die Bürgerschaftspräsidentin feierlich enthüllte. „Loki Schmidt – ein Leben für Natur, Artenschutz und Botanische Gärten“, steht darauf geschrieben.

Wie aktuell das Vermächtnis Loki Schmidts noch heute ist, machte Dr. Carsten Schirarend, wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens, deutlich: „In einer Zeit, in der wir global und auch in Deutschland mit einem dramatischen Artensterben im Tier- und Pflanzenreich konfrontiert sind, wird die kluge und mahnende Stimme von Loki Schmidt schmerzlich vermisst.“

Zwei Mal war an diesem Tag dann auch Loki Schmidts Stimme selbst zu vernehmen. Sie kam vom Band – Mitschnitte aus vielen Stunden Gespräch mit dem Autor Lothar Frenz. Beide Male sorgte Loki Schmidt auch posthum noch für Lacher ihres Publikums. In der ihr eigenen Mischung aus Detailtreue und trockenem Humor berichtete sie unter anderem davon, wie sie zu Kriegszeiten Tabak selbst angebaut und getrocknet hatte.

Andere Pflanzen als der Tabak spielten an dem Tag, da sie 100 Jahre alt geworden wäre,  jedoch eine viel größere Rolle. Jene Pflanzen, die sie entdeckt hat, jene Pflanzen, die sie schützen und gedeihen lassen wollte, aber auch ihre Schüler, die sie als Pflanzen sah, die gegossen und gepflegt werden müssten. So beschrieb es Georg Winter, ehemaliger Schüler von Loki Schmidt, der ebenfalls als Autor eines aktuellen Buchs über die Jubilarin Auskunft gab.

Der dritte Autor im Bunde war Professor Reiner Lehberger, der über das Ehepaar Schmidt berichtete und es als Loki Schmidts Leistung herausstellte, dass die Eheleute nach bewegten Jahren eine gelungene und glückliche Altersbeziehung erleben durften. Er stellte außerdem heraus, dass Loki Schmidt zu den wenigen Menschen gehört habe, die Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nicht nur fordern, sondern auch als Leitlinie ihrer Lebensgestaltung haben.

Die Geburtstagsmatinee war eine Kooperation der Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung sowie der Loki Schmidt Stiftung.