Das Leben – politisch und privat
Die Schmidts

Im Nachhinein sieht ein Lebenslauf oft sehr stimmig aus – als ob eine Karriere von Punkt zu Punkt geplant sei. Doch so läuft das Leben ja nicht. Es sind auch Zufälle und glückliche Fügungen, die in der Rückschau eine Geschichte ergeben. Und nicht nur das: Die Schicksalsschläge und Krisen prägen eine Biografie mindestens ebenso. Von beiden Seiten gab es bei den Schmidts reichlich.

1918
Foto: Staatsarchiv Hamburg

Helmut Schmidt

Foto: Staatsarchiv Hamburg

Hannelore (Loki) Schmidt

* 23. Dezember 1918

Helmut Schmidt geboren in Hamburg- Barm bek, als Sohn von Ludovica und Gustav Schmidt

* 3. März 1919

Hannelore (Loki) Schmidt geboren in Hamburg-Hammerbrook als Hannelore Glaser, Tochter von Gertrud und Hermann Glaser

1929 bis 1937

Schulzeit an der Lichtwarkschule; die Reformpädagogik der Schule sowie die Ausrichtung auf Musik und Kunst prägte Helmut Schmidt sein ganzes Leben lang, zudem lernte er hier seine spätere Frau Loki kennen

1929 bis 1937

1929 bis 1937 Schulzeit an der Lichtwarkschule; die Reformpädagogik der Schule sowie die Ausrichtung auf Musik und Kunst prägte Loki Schmidt ihr ganzes Leben lang, zudem lernte sie hier ihren späteren Mann Helmut kennen

1938

Loki Schmidt beginnt ihr Pädagogikstudium

1939 bis 1945

nach dem Reichsarbeitsdienst absolviert Helmut Schmidt seine Wehrpflicht, wird 1940 Leutnant und geht zum Oberkommando der Luftwaffe nach Berlin, von wo aus er wenig später an die Ostfront Nahe Leningrad versetzt wird; 1942 Rückkehr nach Berlin

1940

absolviert Loki Schmidt die Lehrprüfung für Volks- und Realschule

1940

eine Woche zu Besuch bei Helmut in Berlin – das erste Wiedersehen nach der Schulzeit und der Beginn ihrer fortan währenden Partnerschaft

1940

Wiedersehen mit Loki in Berlin – eine gemeinsame Woche, die die Weichen für ein ganzes Leben stellt

27. Juni 1942

Heirat mit Helmut Schmidt auf dem Standesamt Hamburg-Uhlenhorst

27. Juni 1942

Heirat mit Hannelore Schmidt auf dem Standesamt Hamburg-Uhlenhorst

1. Juli 1942

kirchliche Trauung in Hambergen

1. Juli 1942

kirchliche Trauung in Hambergen

26. Juni 1944

Geburt des Sohnes Walter Moritz, der im Alter von 8 Monaten in den Armen seiner Mutter verstirbt

26. Juni 1944

Geburt des Sohnes Walter Moritz, der im Alter von 8 Monaten in den Armen seiner Mutter verstirbt

1946

Loki Schmidt arbeitet nun wieder im Schuldienst

1946

Helmut Schmidt tritt in die SPD ein

1947

Tochter Susanne kommt zur Welt

Foto: Staatsarchiv Hamburg

1947

Tochter Susanne kommt zur Welt

1947/48

Helmut Schmidt ist Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS)

1948

Loki Schmidt ist Lehrerin in Hamburg-Othmarschen an der Schule Hirtenweg (später: Othmarscher Kirchenweg, heute: Loki-Schmidt-Schule)

1949

Als Diplom-Volkswirt schließt Helmut Schmidt sein Studium an der Universität Hamburg ab und beginnt als Referent in der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr

1953

Nach der Position des Amtsleiters folgt für Helmut Schmidt der Aufstieg zum Leiter des Amts für Verkehr

September 1953

Helmut Schmidt wird erstmals als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt

1961

Loki Schmidt wird SPD-Mitglied

1961

Helmut Schmidt wird Polizeisenator in Hamburg

1962

Arbeit als Lehrerin an der Schule Ebershofweg

Lagebesprechung Flutkatastrophe 1962
Foto: Staatsarchiv Hamburg
Foto: Staatsarchiv Hamburg

1962

Die Sturmflut in Hamburg wird für Helmut Schmidt zur Bewährungsprobe und begründet sein Image als Macher und Krisenmanager

1962

Arbeit als Lehrerin an der Schule Ebershofweg

1965

Erneute Wahl Helmut Schmidts in den Deutschen Bundestag

1967

Helmut Schmidt übernimmt den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion

1969

Helmut Schmidt wird Verteidigungsminister

1972

Helmut Schmidt wird Wirtschafts- und Finanzminister

Foto: Staatsarchiv Hamburg

16. Mai 1974

In der Nachfolge von Willy Brandt wird Helmut Schmidt zum 5. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt

1976

Loki Schmidt geht auf ihre erste Forschungsreise nach Kenia, es folgen bis 1994 diverse weitere Forschungsreisen, unter anderem nach Malaysia, mehrfach nach Südamerika, in die Sowjetunion, nach Israel, Namibia oder in die Antarktis; nach Loki Schmidt sind ein Skorpion sowie sieben Pflanzen benannt

1976

gründet Loki Schmidt das Komitee zum Schutz gefährdeter Pflanzen

15. Dezember 1976

Helmut Schmidt tritt seine zweite Amtszeit als Bundeskanzler an

1979

Gründung der Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen

1980

Loki Schmidt präsentiert zum ersten Mal die „Blume des Jahres“

5. November 1980

Beginn der dritten Amtszeit Helmut Schmidts als Bundeskanzler

1982

Ende der Kanzlerschaft Schmidt nach dem Scheitern der sozialliberalen Koalition und einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen ihn

Copyright: Helmut R. Schulze

1983

Beginn der zweiten Karriere des Helmut Schmidt als Publizist – er wird Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“

1983

Helmut Schmidt wird zum Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt

1985

Helmut Schmidt ruft die Freitagsgesellschaft ins Leben – ein Diskussionszirkel zu gesellschaftlich relevanten Themen, der 30 Jahre lang bestehen wird

1985 bis 1995

Helmut Schmidt wird Vorsitzender des InterAction Council (IAC) früherer Regierungschefs

1987

das offizielle Ende der aktiven politischen Laufbahn: nachdem Helmut Schmidt schon 1984 aus dem Bundesvorstand der SPD ausgetreten war schied er nun auch aus dem Deutschen Bundestag aus

1991

Gründung der Loki-Schmidt-Stiftung

1993

nach Mitgliedschaft im Stiftungsrat des WWF Deutschland wechselt Loki Schmidt ins Kuratorium des WWF

1993

Gründung der Deutschen Nationalstiftung, deren Ehrenvorsitzender er wurde; Stiftungssitz ist Weimar

1997

Loki Schmidt erhält die Ehrendoktorwürde der Russischen Akademie der Wissenschaften

1999

Die Universität Hamburg ernennt Loki Schmidt zur Ehrenprofessorin

2000

Der Fachbereich Biologie der Universität Hamburg verleiht Loki Schmidt die Ehrendoktorwürde

2002

Loki Schmidt gründet die Stiftung Internationaler Gärtneraustausch

2005

Das neue Botanische Museum der Universität Hamburg bekommt den Namen „Loki-Schmidt-Haus“; 2013 wird posthum der Botanische Garten Hamburgs in „Loki-Schmidt-Garten“ umbenannt

2009

Loki Schmidt erhält den Titel Ehrenbürgerin der Freien und Hansestadt Hamburg

21. Oktober 2010 †

Loki Schmidt stirbt in Hamburg-Langenhorn; zur Trauerfeier in den Hamburger Michel kommen mehrere tausend Menschen; bestattet wird sie auf dem Friedhof Ohlsdorf

10. November 2015 †

Helmut Schmidt stirbt in Hamburg-Langehorn; seine Trauerfeier ist ein Staatsakt im Hamburger Michel; beigesetzt ist er neben seiner Frau Loki Schmidt im Familiengrab der Familien Koch und Schmidt auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf

Heute