Schmidt-Gespräche #8

Schmidt-Gespräch über die ökonomische Zukunft Europas

Am Abend, bevor der ehemalige italienische Premierminister und EU-Kommissar Paolo Gentiloni an der Universität Hamburg die diesjährige Hamburger Rede zur Zukunft Europas hielt, war er zu Gast im Haus von Helmut und Loki Schmidt. Gemeinsam mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Disziplinen tauschte er sich beim Schmidt-Gespräch Nummer 8 über die ökonomischen Zukunft Europas aus. An der Diskussion im legendären Wohnzimmer der Schmidts beteiligten sich – moderiert von ZEIT-Redakteur Marc Widmann – unter anderem die Hamburger Staatsräte Jan Pörksen und Dr. Christopher Schwieger, der Präsident der Villa Vigoni und ehemalige italienische Botschafter Luigi Mattiolo, die Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder Dr. Gaby Bornheim sowie Professor Dr. Markus Kotzur, Präsident des Europa-Kollegs Hamburg.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Notwendigkeit einer schnellen Anpassung der europäischen Politik an die Realität der neuen globalen Ordnung sowie die dynamischen Beziehungen zu den USA und China. Unter dem Motto „Speed Up“ wurden Maßnahmen der Union diskutiert – insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Wirtschaftspolitik, wie etwa ein gemeinsames militärisches Beschaffungswesen. Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine lag ein besonderer Fokus des Gesprächs auf der Verteidigungspolitik als potenzieller Integrationsmotor.
Als besondere Herausforderung wurde benannt, wie nationale Interessen in genuin europäische Interessen aufgehen könnten. Auch das deutsch-italienische Verhältnis wurde eingehend erörtert. Die Teilnehmenden waren sich einig darin, dass Europa stärker werden und Verantwortung übernehmen müsse.

Eine ausführliche Dokumentation des Schmidt-Gesprächs wird in den kommenden Wochen auf der Website der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung hochgeladen.

Ein herzlicher Dank geht an die Kooperationspartner dieses Schmidt-Gesprächs: das Hamburg-Vigoni Forum, das Europa-Kolleg Hamburg und die Universität Hamburg.

Zum Format Schmidt-Gespräche:

Das Haus von Helmut und Loki Schmidt war stets ein Ort politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Staatsoberhäupter saßen beim früheren Bundeskanzler und seiner Frau im Wohnzimmer oder an der Hausbar. Seit 1985 lud Helmut Schmidt regelmäßig die Freitagsgesellschaft zu sich nach Hause ein: 25 Männer und Frauen, die im Winterhalbjahr immer am zweiten Freitag im Monat zusammenkamen, um über Themen aus Politik, Kultur, Wissenschaft oder Wirtschaft zu diskutieren.

Die Schmidt-Gespräche sind ein Format, das in der Tradition der Schmidts Akteurinnen und Akteure verschiedenster Disziplinen zu aktuellen Themen an einen Tisch bringt. So entstehen Impulse, die im besten Falle gesellschaftlich relevante Debatten voranbringen und unterschiedliche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens miteinander vernetzen.

Es wird ein geschützter Raum geschaffen, der den Teilnehmenden eine ebenso offene wie vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre bietet. Die Helmut und Loki Schmidt-Stiftung ist Gastgeberin der Schmidt-Gespräche auf.

Die Liste der Teilnehmenden

  • Paolo Gentiloni, ehemaliger Premierminister Italiens und ehemaliger EU-Kommissar
  • Gaby Bornheim, CEO Peter Döhle Schiffahrts KG, Präsidentin des Deutschen Reederverbandes
  • Lars Friedrichsen, Referatsleiter Europäische Angelegenheiten, Ostseekooperation, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bund und Europa Mecklenburg-Vorpommern
  • Oliver Hansen, Leiter des Hamburger Büros Capitell AG,
  • Stefan Herms, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung
  • Markus Kotzur, Professor für Europäisches und Völkerrecht an der Universität Hamburg und Präsident des Europa-Kollegs Hamburg
  • Roberto Luppi, wissenschaftlicher Berater des Hamburg-Vigoni Forums
  • Luigi Mattiolo, Präsident der Villa Vigoni und ehemaliger italienischer Botschafter in Deutschland
  • Cathrin Mohr, Professorin für Volkswirtschaftslehre am Institut für Weltwirtschaft Kiel und an der Universität Hamburg
  • Jan Pörksen, Staatsrat, Leiter der Senatskanzlei Hamburg
  • Julia Saßmannshausen, Managerin für Digitale Kommunikation der Roland Berger Stiftung
  • Christopher Schwieger, Staatsrat des Hamburger Staatsrats, Abteilung Wirtschaft und Innovation
  • Matteo Scotto, Leiter der Abteilung Forschung und Projekte der Villa Vigoni
  • Jantje Theege, Geschäftsführerin von Youth for Understanding
  • Marc Widmann, Journalist bei der ZEIT, Moderator des Abends
  • Barbara Duden, Referentin der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung

Was hat das mit Helmut Schmidt zu tun?

Das beschriebene Spannungsverhältnis von politischer Willensbildung und wissenschaftlicher Verantwortung prägte in besonderem Maße die Regierungs- und Wirkenszeit von Helmut Schmidt. Einerseits war für Schmidt eine Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise stets ausgesprochen wichtig. Andererseits war er dabei auch immer auf das Primat der Politik in der Demokratie bedacht. In diesem Sinne finden auch die Schmidt-Gespräche statt.

Wort-Bildmarke der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung.